ARBEITSWEISE

Verstehen, was zwischen Situation und Reaktion passiert.

Verhaltenstherapeutisch orientierte Erklärmodelle als zweiter Bezugsrahmen meiner Beratung.

Warum reagieren Sie in einer bestimmten Situation immer wieder ähnlich, obwohl Sie es sich anders vorgenommen hatten? Die Antwort liegt selten in einem einzelnen Grund, sondern in einer Kette, die sich beschreiben lässt.

Auf dieser Seite erkläre ich, wie ich diese Kette in der Beratung nutze, um Zusammenhänge sichtbar zu machen.

 

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GRUNDLAGE

Was bedeutet verhaltenstherapeutische Orientierung?

Verhaltenstherapeutische Orientierung bedeutet, dass wir den Zusammenhang zwischen Situation, Gedanken, Gefühlen, Körperreaktionen und Verhalten sichtbar machen, statt nach einer einzelnen Ursache zu suchen.

Dahinter steht eine einfache Beobachtung: Was Sie tun, hängt nicht nur davon ab, was passiert, sondern davon, wie Sie es in diesem Moment einordnen. Zwischen Auslöser und Reaktion liegt ein Schritt, den man normalerweise nicht bemerkt.

Genau dieser Schritt lässt sich beschreiben. Sobald er beschrieben ist, wird er zu einer Stelle, an der sich etwas verändern lässt. Das ist der praktische Nutzen dieser Modelle, und deshalb stehen sie am Anfang fast jeder Beratung bei mir.

Ich nutze diese Erklärmodelle, um Zusammenhänge verständlich zu machen. Eine Verhaltenstherapie führe ich nicht durch: Das ist ein psychotherapeutisches Verfahren und setzt eine Approbation voraus.

  • In der Beratung nutze ich ausgewählte ACT-Prinzipien transparent und psychoedukativ. Die Beratung ersetzt keine Psychotherapie und richtet sich nicht an die Behandlung psychischer Erkrankungen.

DAS MODELL

Die Kette in sechs Schritten

Jede Reaktion lässt sich in Bestandteile zerlegen. Was zuvor wie ein einziger Reflex wirkte, wird dadurch zu einer Abfolge mit mehreren Stellen, an denen etwas anders laufen kann.

Situation

Was ist konkret passiert? Ort, Zeitpunkt, beteiligte Personen. Je genauer, desto brauchbarer.

Gedanken

Was ist Ihnen in diesem Moment durch den Kopf gegangen? Oft ist es ein einzelner Satz, den man leicht überhört.

Gefühl

Welches Gefühl kam auf, und wie stark? Ärger, Scham, Angst und Traurigkeit führen zu sehr unterschiedlichem Verhalten.

Körper

Woran haben Sie es körperlich gemerkt? Der Körper reagiert meist zuerst und ist deshalb ein verlässlicher Hinweisgeber.

Verhalten

Was haben Sie daraufhin getan oder gelassen? Auch Nichtstun ist Verhalten und hat Folgen.

Folgen

Was kam unmittelbar danach, und was auf lange Sicht? Diese beiden fallen häufig auseinander — genau darin liegt oft das Problem.

IN DER PRAXIS

Wie wir damit arbeiten

 

1

Eine Situation genau aufschreiben

Wir nehmen ein einzelnes Beispiel und gehen die sechs Schritte durch. Das dauert länger als erwartet und lohnt sich, weil die Erinnerung ungenauer ist als gedacht.

Sie merken dabei meist selbst, an welcher Stelle die Kette kippt.

2

Muster über mehrere Situationen erkennen

Ein Beispiel ist ein Beispiel. Drei Beispiele zeigen, ob sich derselbe Gedanke, dasselbe Gefühl oder dieselbe Reaktion wiederholt.

Erst ein Muster lässt sich verändern, eine Einzelsituation nicht.

3

Gedanken prüfen statt bekämpfen

Wir sehen uns an, ob ein Gedanke die Situation vollständig beschreibt oder nur einen Ausschnitt. Es geht nicht um positives Denken, sondern um Genauigkeit.

Ein genauerer Gedanke führt oft von selbst zu einem anderen Verhalten.

4

Etwas anderes ausprobieren

Wir vereinbaren eine kleine Veränderung an einer bestimmten Stelle der Kette und sehen uns an, was danach anders war.

So wird aus einer Erklärung ein Überprüfen — und aus einem Modell etwas, das Ihnen im Alltag nützt.

SCHWERPUNKTE

Wobei diese Arbeitsweise helfen kann

Dieselbe Herangehensweise sieht bei jedem Thema anders aus. Auf den folgenden Seiten steht sie am konkreten Anliegen.

Grübeln & Gedankenkreisen

Wenn Gedanken immer wieder dieselben Schleifen ziehen und trotzdem keine Klarheit entsteht.

Zum Schwerpunkt

Selbstkritik & Perfektionismus

Wenn hohe Ansprüche, Fehlerangst und ein strenger innerer Maßstab dauerhaft Druck erzeugen.

Zum Schwerpunkt

Vermeidung & Feststecken

Wenn kurzfristige Entlastung langfristig dazu führt, dass Ihr Handlungsspielraum kleiner wird.

Zum Schwerpunkt

Ängste, Sorgen & innere Anspannung

Wenn die innere Alarmbereitschaft viel Raum einnimmt und Ruhe nur schwer möglich ist.

Zum Schwerpunkt

Stress & Überforderung

Wenn Sie nach außen weiter funktionieren, während Kraft, Überblick und Erholung fehlen.

Zum Schwerpunkt

Entscheidungen & Orientierung

Wenn vieles möglich scheint, aber die eigene Richtung oder nächste Schritte unklar bleiben.

Zum Schwerpunkt

KLARE GRENZEN

Wo die Grenze verläuft

Diese Arbeitsweise ist keine Verhaltenstherapie. Sie dient dem Verstehen von Zusammenhängen, nicht der Behandlung psychischer Erkrankungen.

  • Passt: Psychologische Beratung
    Unterstützung dabei, wiederkehrende Reaktionen zu verstehen und an einer konkreten Stelle etwas zu verändern.
  • Passt nicht: Behandlung psychischer Erkrankungen
    Mein Angebot ist keine Psychotherapie und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnostik und Behandlung. Wenn Ihr Anliegen eine solche Abklärung erfordert, sprechen wir darüber.

Bei akuten Krisen oder Suizidgedanken wenden Sie sich bitte an den psychiatrischen Notdienst (116 117) oder den Rettungsdienst (112).

HÄUFIGE FRAGEN

Was Sie wissen sollten

Bieten Sie Verhaltenstherapie an?

Nein. Verhaltenstherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren und darf nur von approbierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten durchgeführt werden. Ich nutze verhaltenstherapeutisch orientierte Erklärmodelle, um Zusammenhänge verständlich zu machen.

Wie unterscheidet sich das von ACT?

Beide Bezugsrahmen ergänzen sich. Verhaltenstherapeutisch orientierte Modelle machen sichtbar, wie eine Reaktion zustande kommt. ACT setzt beim Umgang damit an, also bei der Frage, wie viel Einfluss ein Gedanke auf Ihr Handeln bekommt.

Muss ich zwischen den Gesprächen etwas erledigen?

Nichts, was wir nicht vorher vereinbart haben. Beobachtungen im Alltag sind hilfreich, weil sie genauer sind als die Erinnerung. Wie viel Sie sich vornehmen, bestimmen Sie.

DER NÄCHSTE SCHRITT

Sie müssen noch nicht genau wissen, was Sie brauchen.

Eine kurze Nachricht genügt. Im Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob psychologische Beratung für Ihre Situation sinnvoll sein kann.

 

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