ARBEITSWEISE
Wie ACT meine Beratung prägt.
Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie ist der fachliche Bezugsrahmen meiner Arbeit. Sie ist nicht das, was ich anbiete.
Viele Wege zielen darauf, belastende Gedanken und Gefühle loszuwerden. ACT geht anders vor: Es geht darum, den Umgang mit ihnen beweglicher zu machen, damit Sie wieder handeln können.
Auf dieser Seite erkläre ich, was hinter dem Ansatz steht und wie er sich in einem Beratungsgespräch bemerkbar macht.
Online und ortsunabhängig.
GRUNDLAGE
Was ist ACT?
ACT steht für Akzeptanz- und Commitment-Therapie. Der Ansatz geht davon aus, dass belastende Gedanken und Gefühle nicht erst verschwinden müssen, bevor Sie wieder handlungsfähig sind.
Der Name wird als englisches Wort gesprochen, wie das Verb to act, also handeln. Das ist kein Zufall: Im Mittelpunkt steht das Handeln, nicht das Wegmachen.
Statt zu fragen, wie ein unangenehmer Gedanke verschwindet, fragt ACT, wie viel Einfluss er auf Ihr Verhalten bekommt. Diese Verschiebung entlastet, weil sie an einer Stelle ansetzt, die Sie tatsächlich beeinflussen können.
Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie bildet einen wichtigen fachlichen Bezugsrahmen meiner Beratung. Im Mittelpunkt stehen psychologische Flexibilität, persönliche Werte und die Fähigkeit, auch unter schwierigen inneren Bedingungen bewusst zu handeln.
- In der Beratung nutze ich ausgewählte ACT-Prinzipien transparent und psychoedukativ. Die Beratung ersetzt keine Psychotherapie und richtet sich nicht an die Behandlung psychischer Erkrankungen.
DER ANSATZ
Sechs Bereiche, die zusammenwirken
In der ACT werden sechs Fähigkeiten beschrieben, die gemeinsam psychologische Flexibilität ergeben. Sie sind keine Reihenfolge und kein Programm, sondern sechs Blickwinkel auf dieselbe Frage.
Akzeptanz
Unangenehmen Gefühlen Raum geben, statt Kraft in ihre Bekämpfung zu stecken. Nicht gutheissen, sondern aufhören zu ringen.
Abstand zu Gedanken
Einen Gedanken als Gedanken wahrnehmen, nicht als Tatsache. „Ich bin nicht gut genug“ ist ein Satz, kein Befund.
Im Moment bleiben
Die Aufmerksamkeit dorthin richten, wo Sie gerade sind, statt in die Wiederholung von gestern oder die Vorwegnahme von morgen.
Beobachtende Haltung
Bemerken, dass Sie mehr sind als das, was Sie über sich denken. Selbstbilder ändern sich, die beobachtende Position bleibt.
Werte
Klären, wofür Sie etwas auf sich nehmen würden. Werte sind eine Richtung, kein Ziel, das man abhaken kann.
Bewusst handeln
Schritte gehen, die zu dieser Richtung passen, auch wenn Unsicherheit bleibt. Klein und überprüfbar statt gross und vage.
IN DER PRAXIS
Wie sich das im Gespräch bemerkbar macht
Wir beginnen bei einer konkreten Situation
Nicht bei einem Modell, sondern bei etwas, das Ihnen diese Woche passiert ist. Was ist geschehen, welche Gedanken kamen auf, was haben Sie getan?
Erst daraus ergibt sich, welcher der sechs Bereiche für Sie überhaupt eine Rolle spielt.
Ich erkläre, was ich sehe
Psychoedukation heisst hier: Sie bekommen das Modell offen erklärt, nicht als Fachvortrag, sondern angewendet auf Ihr Beispiel.
Sie sollen nachvollziehen können, warum ich etwas vorschlage, und widersprechen können, wenn es nicht passt.
Wir probieren eine Übung aus
ACT arbeitet viel mit kurzen Übungen, etwa dazu, einen Gedanken bewusst als Gedanken zu behandeln statt als Anweisung.
Was im Gespräch nicht funktioniert, nehmen wir auch nicht in den Alltag mit.
Sie legen die Richtung fest
Welche Werte für Sie zählen, entscheiden Sie. Ich frage nach, ich bewerte nicht.
Daraus entsteht ein überschaubarer nächster Schritt, den wir beim nächsten Mal gemeinsam ansehen.
SCHWERPUNKTE
Wobei diese Arbeitsweise helfen kann
Dieselbe Herangehensweise sieht bei jedem Thema anders aus. Auf den folgenden Seiten steht sie am konkreten Anliegen.
Grübeln & Gedankenkreisen
Wenn Gedanken immer wieder dieselben Schleifen ziehen und trotzdem keine Klarheit entsteht.
Selbstkritik & Perfektionismus
Wenn hohe Ansprüche, Fehlerangst und ein strenger innerer Maßstab dauerhaft Druck erzeugen.
Vermeidung & Feststecken
Wenn kurzfristige Entlastung langfristig dazu führt, dass Ihr Handlungsspielraum kleiner wird.
Ängste, Sorgen & innere Anspannung
Wenn die innere Alarmbereitschaft viel Raum einnimmt und Ruhe nur schwer möglich ist.
Stress & Überforderung
Wenn Sie nach außen weiter funktionieren, während Kraft, Überblick und Erholung fehlen.
Entscheidungen & Orientierung
Wenn vieles möglich scheint, aber die eigene Richtung oder nächste Schritte unklar bleiben.
KLARE GRENZEN
Was ACT-informierte Beratung nicht ist
ACT-informierte Beratung ist keine Psychotherapie. Sie behandelt keine psychischen Erkrankungen und stellt keine Diagnosen.
- Passt: Psychologische Beratung
Unterstützung dabei, belastende Denk- und Verhaltensmuster zu verstehen und Ihren Umgang damit zu verändern.
- Passt nicht: Behandlung psychischer Erkrankungen
Mein Angebot ist keine Psychotherapie und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnostik und Behandlung. Wenn Ihr Anliegen eine solche Abklärung erfordert, sprechen wir darüber.
Bei akuten Krisen oder Suizidgedanken wenden Sie sich bitte an den psychiatrischen Notdienst (116 117) oder den Rettungsdienst (112).
HÄUFIGE FRAGEN
Was Sie wissen sollten
Ist ACT eine Psychotherapie?
Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren. Psychotherapie biete ich nicht an. In meiner Beratung nutze ich ausgewählte ACT-Prinzipien transparent und psychoedukativ.
Muss ich meine Probleme einfach akzeptieren?
Nein. Akzeptanz meint in der ACT weder Gutheissen noch Aufgeben. Gemeint ist, den Kampf gegen ein Gefühl einzustellen, das sich ohnehin nicht abschalten lässt, um Kraft für das zu haben, was Sie verändern können.
Muss ich etwas über ACT wissen, bevor wir anfangen?
Nein. Ich erkläre alles, was wir nutzen, im Gespräch und immer an Ihrem eigenen Beispiel.
DER NÄCHSTE SCHRITT
Sie müssen noch nicht genau wissen, was Sie brauchen.
Eine kurze Nachricht genügt. Im Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob psychologische Beratung für Ihre Situation sinnvoll sein kann.